Schon am Mauerwerk erkennt man unterschiedliche Bauzeiten. Es besteht aus romanischen Feldsteinen, frühgotischen Hausteinen und bei Reparaturarbeiten eingefügten Ziegeln. Erst in den Jahren 1745-1747 wurde die kleine Kirche nach Westen hin erweitert. In dieser Zeit erhielt sie auch ihren 37 m hohen Turm, der einen freistehenden Glockenturm ablöste.
Die alte Glocke wurde 1622 in Hamburg gegossen. Sie trägt den Spruch „Si Deus pro nobis quis contra nos“ („Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?“). Die jüngere Glocke im Turm stammt aus dem Jahr 1954 und trägt die Worte des „Vater Unser“.
Auch der Innenraum der Kirche wurde vielfach umgebaut und verändert. Sein heutiges Aussehen erhielt er größtenteils im 17. und 18. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt auch die „kleine Orgel“. Sie steht im Altarraum und wurde in der Werkstatt von Arp Schnitger (1686) gefertigt. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Taufengel. Seit dem Jahr 1766 schwebt er bei Taufen von der Decke hinab, um den Täufling in der Gemeinde willkommenzuheißen.
Außer im Chor und Altarraum gab es viele Jahre kein elektrisches Licht, was dazu führte, dass der Innenraum der Kirche durch die Rußentwicklung der elektrischen Kerzen regelmäßig sehr aufwändig restauriert werden musste. Daher sind wir sehr glücklich, dass wir 2025 im Innenraum ein mit der Nordkirche und dem Denkmalamt abgestimmtes elektrisches Lichtkonzept umsetzen lassen konnten. So kann unsere altehrwürdige Kirche, abhängig vom Anlass, nun jeweils passend elektrisch beleuchtet werden. Zu ganz besonderen Anlässen, wie am Heligen Abend, entzünden wir weiter die Kerzen.
Die alte Bergstedter Kirche birgt noch viele interessante Sehenswürdigkeiten und Geschichten in ihrem Innern.